Vorurteile gegen die Hyperthermie: Pia Aumeier und die Bienensauna

Aus den letzten Berichten in der Imkerpresse über die Bienensauna möchten wir einen Artikel aus dem Bienenjournal aufgreifen und dazu Stellung nehmen. Wir freuen uns, wenn Ihr auch Eure Meinung dazu stellt und laden Euch herzlich ein, die Kommentarfunktion hier im Blog dafür zu nutzen.

 Auszug aus dem Bienenjournal. Bitte klicke einmal, um den Text gut lesen zu können.

Auszug aus dem Bienenjournal. Bitte klicke einmal, um den Text gut lesen zu können.

Auf der Berufsimkermesse in Soltau traf ich Sebastian Spiewok vom Bienenjournal, der mich um ein Interview bat. Ich willigte gerne ein und stellte mich seinen Fragen. Dass Frau Aumeier dieses Interview dazu benutzen würde, ihre Vorurteile gegen die Hyperthermie zu einem vernichtenden Urteil gegen die Bienensauna zu verarbeiten, ohne auch nur einmal direkt mit uns gesprochen zu haben, konnte ich mir, gelinde gesagt, nicht vorstellen.

In ihrem Artikel bedient sie sich sehr selektiv der Informationen auf unserer Internetseite. So nutzt Frau Aumeier unsere Empfehlung, die Bienen in brutfreien Perioden zu behandeln, zu der Aussage, dass die Wärmebehandlung mit der Bienen-Sauna nicht anwendbar sei, weil es brutfreie Perioden kaum gäbe. Unsere Empfehlung ist jedoch Teil einer Gesamtaussage: Mit der Bienensauna kann unabhängig von Außentemperatur und Wetter und damit unabhängig von den Jahreszeiten behandelt werden.

Des Weiteren bleibt Frau Aumeier unbelehrbar bei ihrer Meinung, die Bienensauna funktioniere nicht, weil die Bienen gegen die Erwärmung „einen hohen Aufwand“ betrieben. Damit ignoriert sie unsere Erfahrungen während der Behandlung (belegt im Crowdfunding-Video ab Min 1:23 und in unserem kleinen Film über ruhige Bienen) und bezichtigt uns darüber hinaus, ohne es jedoch klar auszusprechen, der Lüge. Wohlgemerkt: sie hat weder das Gerät gesehen noch mit uns gesprochen, auch wenn sie das in ihrem Artikel suggeriert. Frau Aumeier arbeitet als Postdoktorandin an der Uni Bochum. Ehrliche, ergebnisoffene wissenschaftliche Forschung braucht unserer Meinung nach eine andere Haltung.

Vor einem halben Jahr sprach ich mit Herrn Liebig und bat ihn um Zusammenarbeit. Dazu wäre er jedoch nur bereit gewesen, wenn er von uns zwei Bienensaunen umsonst bekommen hätte. Das war leider nicht möglich, da wir die finanziellen Mittel für die Produktion einer Kleinserie erst einmal über eine Crowdfunding-Kampagne zusammenbekommen mussten. Auch aus diesem Gespräch zitiert Frau Aumeier. Leider jedoch falsch. Unsere Aussagen zur Bienensauna beruhen nicht auf „den Aussagen einiger zufriedener Imker“. Wir haben vier Jahre intensive Entwicklungsarbeit und praktische Erfahrung mit der Bienensauna hinter uns. Auf meine Nachfrage bei der Chefredakteurin des Bienenjournals zu dieser Art des wissenschaftlichen Diskurses, sah diese kein Problem. Auf die versprochene Reaktion der Verlagsleitung warten wir noch heute. Der Anspruch des Bienenjournals, ein Forum für die Wissenschaft zu sein, wird unserer Ansicht nach so nicht erfüllt.

Wissenschaftlich verbrämte Vorurteile und der voreilige Schluss, die Bienensauna sei nur "eine weitere Variante in der langen Reihe unbrauchbarer Bekämpfungsideen", helfen uns nicht bei der Lösung eines der größten Probleme in der Bienenhaltung. Frau Aumeier sieht das Problem des Bienensterbens offenbar nur indirekt bei der Varroamilbe. Das eigentliche Problem scheint ihrer Aussage nach bei den unfähigen Imkern zu liegen, die nicht in der Lage sind, die Säurebehandlung sachgemäß durchzuführen. Die Säurebehandlung selbst stellt sie nicht infrage. Übrigens, während Frau Aumeier behauptet, dass die Bienensauna keinen neuen Ansatz böte, hat das EU Patent- und Markenamt unsere Innvovation schützen lassen.

Seit Jahresbeginn bemühen wir uns um den Beistand wissenschaftlicher Bieneninstitute. In den letzten Wochen habe ich mit rund 15 Doktoren und Professoren telefoniert, um mit den Instituten eine Forschungskooperation zu beginnen. Zudem halte ich auf der Tagung der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Bieneninstitute einen Vortrag über unsere Vorstellungen zur weiteren Erforschung der Hyperthermie.

Ich weiß nicht, wie Frau Aumeier darauf kommt, dass ein Team, das 35 Tage im Wohnmobil verbringt, um über 600 ImkerInnen in ganz Deutschland öffentlich eine neue Idee vorzustellen, unlautere Absichten verfolgt. Ende März beginnen wir unsere Vorführungstour. Jeder, der sich dort ein Bild von der Wärmebehandlung mit der Bienensauna machen möchte, ist herzlich eingeladen.

Noch ein persönliches Wort zum Schluss: Arbeitsteilung war schon immer eine gute Sache. Obwohl ich kein Imker bin, darf ich behaupten, viel von der Bienensauna zu verstehen. Ja, ich führe die Geschäfte einer GmbH. Deshalb bin ich noch lange kein kalter "Vertreiber", sondern jemand, der ernsthaft daran interessiert ist, praktikable Wege zu finden, das Problem des Bienensterbens abzumildern bzw. zu lösen.

Wir vom Team Bienensauna sind überzeugt, auf dem richtigen Weg zu sein.

Herzlichen Gruß,

Florian von der Bienensauna